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Wilhelm von Humboldt Lebenswerkpreis 2020

DGfS vergibt Wilhelm von Humboldt-Preis 2020 für sein Lebenswerk an Jürgen M. Meisel

Die Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft verleiht den Wilhelm von Humboldt-Preis 2020 für das Lebenswerk dem 2009 emeritiertenProfessor Dr. Dr. h.c. Jürgen M. Meisel den Wilhelm-von-Humboldt-Preis 2020 für sein Lebenswerk.

Der Preisträger hat die Forschung zum Erst- und Zeitspracherwerb und zur Mehrsprachigkeit in Deutschland durch zahlreiche Publikationen und Projekte maßgeblich geprägt, wobei die Verknüpfung der Spracherwerbsuntersuchungen mit grammatiktheoretischen Fragestellungen Vorbildcharakter für viele Nachwuchslinguist*innen hatte und hat. Jürgen Meisel hat zu sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen des Spracherwerbs geforscht, wobei ein besonderer Fokus auf dem bilingualen Erstspracherwerb lag (insbesondere in den Konstellationen Französisch-Deutsch und Spanisch-Baskisch). Bemerkenswert ist auch sein erweiterter Blick auf den Spracherwerb, der einerseits Bezüge zwischen dem Zweitsprachenerwerb und der Herausbildung von Pidgin- und Kreolsprachen herstellt und andererseits die Rolle des Spracherwerbs und der Mehrsprachigkeit für den Sprachwandel beleuchtet. Seine vielfältigen Forschungsaktivitäten an der Universität Hamburg, der er fast 30 Jahre als Professor für Romanische Philologie angehörte, mündeten schließlich in den dortigen Sonderforschungsbereich zur Mehrsprachigkeit, den er mitinitiiert und in den ersten sieben Jahren als Sprecher geleitet hat und der die Mehrsprachigkeitsforschung endgültig als gesellschaftlich relevanten Forschungszweig der Linguistik etabliert hat. Das Bewusstsein, dass die Forschung auch Adressaten außerhalb der Wissenschaft suchen muss, zeigt sich in der jüngsten Buchpublikation, einem Ratgeber für Eltern zum bilingualen Spracherwerb.

Die DGfS ehrt mit Jürgen Meisel einen hervorragenden Wissenschaftler, der sich international höchster Anerkennung erfreut.

Jürgen M. Meisel

 

 

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